Kontakt:
Jutta Küchler
Tel.: 03546 / 43 17
www.pfarrwitwe-fromm.de
E-Mail: info@pfarrwitwe-fromm.de

Angebote zu Paul-Gerhardt auch in englischer Sprache möglich.


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  Auf Paul Gerhardts Spuren durch Lübben gewandelt
Pfarrwitwe Fromm und Stadtrat Hoymb führen durch die Stadt


Autofahrer drosseln ihre Geschwindigkeit, Passanten bleiben neugierig stehen: Sie wundern sich offenbar über die feine Gesellschaft, die im Lübbener Stadtkern unterwegs ist. Es ist Stadtrat Hoymb, an seinem Arm geht Sabina Fromm. Dabei hat sich an den politischen Verhältnissen in der Spreewaldstadt nichts geändert. Allerdings wurde die Zeit zurück gedreht für eine Stadtführung der besonderen Art.

Frank Selbitz schlüpfte in die Rolle von Stadtrat Hoymb, Jutta Küchler gab die Pfarrwitwe Sabina Fromm. Sie war die Schwägerin und Haushälterin von Paul Gerhardt, der im nächsten Jahr 400 Jahre alt würde. Hoymb hatte den Pfarrer und Dichter einst nach Lübben geholt. Was Gerhardt dort erlebte, welche Sorgen und Freuden er hatte und mehr Geschichtliches aus seinem Leben können Interessierte bei den Paul-Gerhardt-Rundgängen nachempfinden. Am vergangenen Samstag wollten knapp zehn Leute dabei sein.

Die Tour begann am Trutzer, dem Domizil des Lübbener Nachtwächters. Zum Auftakt wurde gesungen, natürlich Lieder von Paul Gerhardt. Gisela Christl begleitete den spontan entstanden Chor auf dem Akkordeon und verstaute das Instrument anschließend in einem alten Handwagen. Auf ihm stand ebenso ein Kasten Torgauer Landbier - "eben erst vom Markt geholt", erklärte Christl schmunzelnd.

Auf den Spuren Paul Gerhardts wandelten die Interessierten zuerst zur Sonnenuhr. Jutta Küchler drehte ihren imposanten Sonnenschirm lässig in der Hand, erzählte wie zufällig aus dem Leben des Dichters und Pfarrers. Zum Beispiel, wie er als Superintendent von Berlin nach Lübben kam. Ihre Geschichten aus der Vergangenheit ergänzte Stadtrat Hoymb. Kurz nach dem nächsten Halt auf dem Lübbener Marktplatz schlossen sich der exotischen Gruppe spontan fünf Frauen an.

Die Gruppe erreichte das Paul-Gerhardt-Denkmal und wollte einen Blick in die nach ihm benannte Kirche werfen. Pfarrwitwe Fromm besorgte den Schlüssel, öffnete die schwere Tür und ermöglichte Einblicke in Gerhardts Wirkungsstätte. Im Gotteshaus ist der frühere Superintendent sichtbar: Im Altarraum ist er auf einem Bild zu sehen, in der Sakristei auf einem Fenstergemälde. Beim Abstecher in das Gotteshaus gab es eine kleine Führung inklusive Gesang.

Zwischen Landratsamt und Gericht stoppte die Gruppe wenig später erneut. Jetzt kam der Kasten Bier ins Spiel. Selbitz überreichte den teilnehmenden Herren jeweils eine Flasche: Prost auf Paul Gerhardt! Der habe zu seiner Zeit auswärtiges Bier nur unter Schwierigkeiten nach Lübben bringen können.

Die neugierige Nachbarin Paul Gerhardts, gespielt von Gisela Christl, hatte am Samstag kleinere Schwierigkeiten mit ihrem historischen Gefährt, an dem sich einer der schmiedeeisernen Reifen löste. Da war die Tour aber gerade beendet. Im kleinen Gartencafé gab es nun für die weiblichen Teilnehmer eine Überraschung: eine Tasse Kaffee.

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Pressestimmen Lausitzer Rundschau, 14. März 2007
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Auf den Spuren eines großen Lübbeners
Stadtrundgang anlässlich des 400. Geburtstags von Paul Gerhardt bot viel Neues

Von Roswitha Jurrack

Lübben. Stadtrat von Hoymb, Marktfrau Hedwig und Pfarrwitwe Sabina Fromm haben ihre Gäste auf eine ganz besondere Zeitreise durch Lübben mitgenommen. Den 400. Geburtstag des Kirchenlieddichters Paul Gerhardt feierten die historischen Figuren mit einem Stadtrundgang, der sein Leben widerspiegelte.
Im Mittelpunkt stand Pfarrwitwe Sabina Fromm, Schwägerin Paul Gerhardts, in deren historischem Kleid die Lübbenerin und Paul-Gerhardt-Kennerin Jutta Küchler steckte. Selbst Gisela Christl, die oft als Nachtwächter-Gesellin durch die Spreewaldstadt führt und diesmal die Marktfrau Hedwig gab, staunte, was sie alles wusste. Bei jedem Rundgang ist etwas Neues zu erfahren, sagte sie.
Am Arm von Stadtrat von Hoymb, den der Lübbener Frank Selbitz darstellte, sonst unter anderem als Nachtwächter unterwegs, schritt Pfarrwittwe Fromm durch die Lübbener Gassen. Sie ist überzeugt, dass die Gedichte und Lieder Paul Gerhardts (er schrieb mehr als 130 deutsche Verse) ihre Wirkung bis heute nicht verfehlt haben.
Kostproben davon bot Jutta Küchler an Stationen mit Lübbener Geschichte und auf den wie anno dazumal gepflasterten Wegen. Gemeinsam mit Stadtrat von Hoymb und Marktfrau Hedwig rief sie die Lebensstationen des Archidiakons in Erinnerung. Entlang der historischen Stadtmauer ließen sie seinen Geburtsort Gräfenhainichen Revue passieren, an der Sparkasse sein Wirken in Grimma, auf dem Marktplatz die Zeit in Wittenberg. Diese Stationen wurden immer mit dem passenden Lied umrahmt, stimmgewaltig unterstützt von Pfarrer Heide aus Krausnick.
Nicht nur ihr Wissen über den Dichterpfarrer, auch das Pfarrwittwen-Kostüm beeindruckte die Gäste. Den Umhang habe ich mir in Görlitz bei einer Spezialschneiderei anfertigen lassen, das Kleid im Barockstil hat eine Lübbener Schneiderin gezaubert, und der Hut stammt aus einem Privatbesitz, erklärte Jutta Küchler.
Bereits seit dem Jahr 2000 macht sie sich Gedanken über das Jubiläumsjahr in Lübben, mit dem des zweitgrößten Kirchenlieddichters nach Luther gedacht wird. Durch ihren Anstoss wurden viele Kontakte für das Paul-Gerhardt-Jahr hergestellt. Sie hat die Musikerin Sarah Kaiser entdeckt, die die Lieder Paul Gerhardts neu interpretiert, oder die Gruppe Servi, die im November ein Multimedia-Konzert präsentieren wird.
Welchen Schatz die Lübbener mit Paul Gerhardt haben, wurde ihnen an diesem Abend noch bewusster, als es vielen schon ist. Wenn Paul Gerhardt auch in Berlin, Mittenwalde und Wittenberg wirkte, steht doch in Lübben das originale Paul-Gerhardt-Denkmal.
Die Besucher des Rundganges haben es wie Gisela Christl genossen, Unbekanntes über den Pfarrer und Dichter erfahren zu haben, und ließen den Abend mit einem speziellen Festmenü im Gärtnerhaus ausklingen.